Erste Stunden

Workshop:

Unsere ersten Stunden der Workshop-Reihe sind inspiriert von dem von Tänzern aus der Mark Morris Dance Group entwickelten Verfahren des Dance for
Parkinson´s Programmes sowie einem ähnlichen Programm des English National Ballet.

Der Unterricht ist begleitet von Musik, die den Bewegungen einen Rhythmus gibt. Außerdem zählt immer eine von uns laut die Counts mit, während die andere mündliche Anleitungen gibt. In unseren Recherchen hatten wir gelernt, wie hilfreich Musik und Rhythmus sind, um Menschen mit Parkinson darin zu unterstützen, die Symptome der Krankheit zu überbrücken und ihnen zu helfen, sich zu bewegen.

Wir beginnen die Stunde auf Stühlen sitzend mit einfachen Atem- und Wahrnehmungsübungen, bevor wir zu Aufwärmübungen für Oberkörper, Beine und Füße übergehen. Wir konzentrieren uns auf Übungen, die den Körper öffnen und spiralförmig bewegen, um den Symptomen des Verkleinerns und Verengens entgegenzuwirken. Wir hatten auch gelernt, dass die Stimme von der Krankheit betroffen und mit der Zeit leiser und eingeschränkter werden kann. Aus diesem Grund haben wir auch ein Aufwärmen der Stimme eingebaut, das sich auf die Artikulation unterschiedlicher Vokale und die Aktivierung der Gesichtsmuskeln konzentriert. Der Abschnitt im Sitzen wird durch die Koordinationsübung „Überkreuzung der Körperteile“ abgeschlossen, in dem Gehirn und Körper herausfordert werden. Dann bringt ein musikalischer Marsch Energie in den Raum und verhilft uns zum Stehen. Der musikalische Marsch lässt die Teilnehmer sich im ganzen Raum verteilen und einander grüßen. Wie enden hinter den Stühlen stehend, wo eine Fuß- und Balancearbeit im Stehen folgt, welche eine Vorbereitung auf die nächsten Tänze ist. Dabei steht jedem die Option offen, sich an den Stuhllehnen festzuhalten.

Im nächsten Abschnitt der Stunde gehen wir mit einfachen Tanzschritten durch den Raum, wobei die Betonung auf der Freude an der Musik, dem Flow und dem Vergnügen am Tanzen liegt.

Die Stunde endet mit einer Spiegelübung, bei der die Teilnehmer sich in Zweierpaaren gegenseitig spiegeln. In diesem Teil der Stunde geht es um Kreativität und ein interaktives Zuhören.

Nach dem Unterricht versammeln wir uns für Diskussionen, Tee und Kekse im Kreis. Dieser bietet einen Raum dafür, die Stunde zu reflektieren, sich gegenseitig kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.

Unsere Reflexionen:

Unser Hauptziel ist es, eine Stunde zu kreieren, die nicht nur die Stimmung hebt, sondern auch die verschiedenen Symptome der Parkinson-Krankheit anspricht, welche das Bewegen hemmen. Jede Stunde sollte einen Gesamtfokus auf ein bestimmtes Bild / Körperteil / Thema haben, an das wir über die Stunde hinweg anknüpfen können. Wir planen, jede Stunde um neue Schritte, Bewegungen oder Musik zu ergänzen, und eine Balance zwischen Wiederholung und Neuheit zu finden.

Mia und Monica

Ein Gedanke zu „Erste Stunden

  1. Mein Name ist Lisa, ich bin Medizinstudentin und habe das Glück, am Tanzworkshop des BrainDanceProjekts teilnehmen zu dürfen. Ich genieße die Montag- Und Freitagmorgende —Mia und Monica strahlen eine Freude aus, die niemanden unberührt lässt. Die Bewegungen, die sie sich für uns ausgedacht haben, entspannen nicht nur die Muskulatur, sondern schaffen ein allgemeines Gefühl der Ausgeglichenheit und Balance.
    Es fühlt sich gut an, dass alle zusammen die gleichen Bewegungen ausführen; wir alle nehmen teil an einem kreativen Prozess. Es erscheint wirklich passend, dass wir in einem Museum tanzen, denn man fühlt sich tatsächlich als Teil eines Kunstwerks aus Klängen, Bewegung und Musik. Für mich ist diese Erfahrung auch deswegen besonders schön, weil in meinem Studium oft bewusst oder unbewusst Grenzen gezogen werden: Über Menschen mit Parkinson wird oft berichtet, als seien sie Bewohner eines fremden Landes. Beim BrainDanceProjekt gibt es diese Trennungslinie nicht: Viel mehr ist jede/r einzelne Experte/in für den eigenen Körper. So kann ein Austausch darüber entstehen, was Bewegung bedeutet und wie sie uns prägt.

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