Theoretisches Treffen mit Prof. Dr. Schulze-Bonhage, 26.03.2014

Heute traf unser Team Herrn Prof. Dr. Schulze-Bonhage, Leiter des Epilepsiezentrums am Universitätsklinikum. Wir begannen mit dem Aufbau und den Fortschritten unseres Projektes und bald tauchte die Frage auf, ob wir diese nicht messen und dokumentieren wollten. Die Antwort darauf lautet, dass wir die körperlichen und psychischen „Fortschritte“ der beteiligten Menschen mit Parkinson nicht an Zahlen ablesen, sondern eher an ihrer durch Bewegungen ausgedrückten Stimmung, die sich eindeutig über die Tanzstunde hinweg ins Positive hebt.

Dann kamen wir auf das Thema Empathie und Beziehung zu sprechen: Wie geht es einem Arzt gegenüber dem Patienten? Herr Schulze-Bonhage erzählte uns von der zweischneidigen Situation: einerseits versuche er natürlich die Empathie aufrecht zu erhalten, andererseits müsse er die Objektivität wahren, denn die Medikation sei eine sehr schwierige Angelegenheit. Grundsätzlich sei der Trend, diese möglichst gering zu halten, um nicht in späteren Stadien unvorteilhaft viele Medikamente geben zu müssen. Die Behandlung sei aber auch sehr individuell, da Menschen sich in verschiedenem Maße an verschiedenen Symptomen störten.

Mit Herrn Schulze-Bonhage konnten wir die in den Tanzstunden beobachteten Symptome mit wissenschaftlich erwiesenen Tatsachen abgleichen. Auch sprachen wir über die allgemein bekannte Beziehung von Bewegung und positiver Lebenseinstellung. Herr Schulze-Bonhage überlegte, ob es nicht möglich sei, für jeden von Parkinson betroffenen Menschen eine individuelle Bewegung als Stimulus zu finden, die ihm zum Beispiel ein schnelleres Bewegen ermöglichte. Mia und Monica erzählten, dass ihre in den Tanzstunden eingesetzten Übungen auch im Allgemeinen zu helfen scheinen.

Letztendlich kamen wir wieder auf die Frage nach Identität und dem Zusammenspiel von Selbst und Körper zu sprechen. Als Kind lernen wir, eine Beziehung zwischen unserem Körper und Gehirn herzustellen, die auch unsere Identität formt. Bald wird es zur Normalität, alltägliche Bewegungen auszuführen ohne explizit darüber nachzudenken. Wenn wir jedoch eine körperliche Krankheit bekommen, fangen wir auf einmal an, einen Unterschied zwischen dem „Ich“ und dem „Körper“ zu machen. Ist das vielleicht bei Tänzern ähnlich? Naja, da gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Tanzstilen. Im Ballettunterricht kommt es öfter vor, dass der Körper als ungenügend, oder sogar als Feind wahrgenommen wird, im zeitgenössischen Tanz ist das weniger der Fall. Lässt und das nicht alle an ein generelles gesellschaftliches Problem der Perfektionierung und des Körper-Images denken, das gar nicht unbedingt zu unserer Identität passt?

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