BrainDance-Tage: Mi, 28.05.2014: Eröffnung und Vortrag

Eröffnung und Vortrag von Dr. Sara Houston

Heute fanden wir uns als Teilnehmer und Interessierte an den BrainDance-Tagen im Werkraum des Theaters zur Eröffnung der Konferenz zusammen. Zunächst wurden besonders die internationalen Gäste und unsere Parkinson-Tänzer begrüßt, dann folgte ein Ausblick auf das kommende Programm. Nachdem das Freiburger Team das BrainDance-Projekt kurz vorgestellt und das in den letzten zwei Monaten entstandene Video präsentiert hatte, wurde das Wort an Sara Houston, leitende Dozentin für Tanz an der University of Roehampton, übergeben, um über die Erfahrungen des English National Ballet mit Tanz-Klassen für Menschen mit Parkinson zu sprechen.

„Standing tall and stepping boldly“

Auf der ganzen Welt nimmt das Interesse von Menschen mit Parkinson zu, Tanzkurse zu besuchen. Damit ging auch eine kleine, aber wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien einher, die den Nutzen von Tanz für Menschen mit Parkinson untersuchen. Der Vortrag legte seinen Schwerpunkt auf Houstons eigene, mit Preisen gewürdigte vierjährige Studie, die 2010 begonnen wurde. Er erläuterte die auf mehreren Methoden basierende Forschung, die sich auf Tanz-Klassen des English National Ballet konzentrierte. Die körperlichen, sozialen und emotionalen Auswirkungen der Tanzkurse wurden erläutert, doch darüber hinaus diskutierte der Vortrag auch, welche Bedeutung es hat, sich an der Ausübung einer künstlerischen Tätigkeit zu beteiligen, im Unterschied zu einer Klasse für Leibesübungen. Insbesondere hob der Vortrag drei Gedanken hervor, die sich aus der Forschung ergeben haben:
– Dass Tanz eine verbesserte Lebensqualität und Selbstwirksamkeit erbringen kann;
– Dass Tanz eine Wertschätzung für seine nicht-greifbaren, ästhetischen Ergebnisse erfahren muss, und nicht bloß für seine zweckdienliche und therapeutische Wirksamkeit;
– Dass Tanz in einem nicht-medikalisierenden Engagement für seine Teilnehmer eine Rolle spielen kann, die sie nicht auf die Summe ihrer Krankheiten reduziert.

(Nach dem Programmheft)

Auf Sara Houstons Vortrag folgte eine Reaktion von Prof. Dr. Volker A. Coenen (Universität Freiburg), der von der Darstellung sehr angetan war, und gleich weiter dachte: Wie wäre es, die Teilnehmer der Tanz-Klassen für Menschen mit Parkinson selbst auf die Bühne zu bringen? In der darauf folgenden öffentlichen Diskussion kam die Frage nach Körperarbeit wie Feldenkrais, Yoga und Pilates auf, und obwohl diese auch von einigen Menschen aus den Tanzstunden wahrnehmen, kristallisierte sich doch heraus, dass Tanzen dadurch nicht einfach zu ersetzen ist, da es den künstlerischen Aspekt beinhaltet, und nicht nur funktional ist. Im Tanz kann man aus sich herausgehen, und Frustration über Bewegungen, die man nicht ausführen könnte, kommt eigentlich dank der positiven Atmosphäre und den Überraschungen über die Bewegungen, die einem auf einmal doch gelingen, nicht auf.

(Jannika)

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